Dienstag, 13. Dezember 2011

13. Türchen

Es gab einige besonders weise Engel in seinem Wolkenreich, die sich auf Heilkunst und ein bisschen aufs Wunderwirken verstanden und die gerne bereit waren, ihre Künste einzusetzen.

Lange Nächte folgten, in denen man Lichtschimmer aus den Werkstattfenstern scheinen sehen konnte. Manchmal leuchte es tiefblau, dann rot ins goldene wechselnd, plötzlich flammte ein Strahl hellen Silbers auf und verbreitete glitzerndes Licht, je nachdem, welche Zutaten gerade in den großen Zauberkessel geworfen wurden.

Der Plan des Weihnachtsmannes war nämlich ganz einfach: er wollte einen Zauber kreieren, der die Menschen zumindest in dieser einen, in seiner Nacht friedlich werden lässt und gütig. Er wünschte sich sehr, dass es ihm gelingen könnte, damit das eine oder andere Herz zu berühren. Wenn das Gefühl, Gutes zu tun, nur einmal erlebt wurde, wäre das immerhin eine Chance, daran Gefallen zu finden, so hoffte er insgeheim und begann, gemeinsam mit den weisen Engelbären, die nötigen Ingredienzien für den Zauber zusammenzustellen.
Liebe musste hinein, das stand fest. Und Güte und Milde. Ach ja, und Hoffnung. Eine Prise Dankbarkeit wäre auch wichtig, ergänzte ein Engelbär und so standen sie lange zusammen, schürten das Feuer unter dem Kessel und rührten den Inhalt dabei kräftig um. Der Kessel wurde immer voller und die Farben immer bunter und glitzernder, je mehr Zutaten hineingegeben wurden.

Einige Abende später, der Mond ging fast schon wieder schlafen, lehnten die Engelbären und der Weihnachtsmann sich erschöpft zurück. Das Werk sollte nun vollbracht sein - also galt es, die Probe aufs Exempel zu machen. Und das ging am besten, indem der Zauber an den Menschen ausprobiert wurde, die seiner bedurften.

Der Weihnachtsmann war ganz aufgeregt. Er gestattete sich ausnahmsweise, vor dem 24.12. schon mal einen kleinen Ausflug mit seinem Rentierschlitten zu machen, füllte sich eine kleine Portion des Zaubers in ein Fläschchen, das er gut verschloss und preschte voller Hoffnung davon.

Eine Weile später kniete er erwartungsvoll vor seinem besonderen Wolkenloch und schaute auf die Erde herab. Er konnte genau sehen, wo er seinen Zauber verteilt hatte – als Himmelsbewohner war das sanfte Glitzern für ihn gut zu erkennen. Die Minuten vergingen und reihten sich aneinander. Erst zu einer Viertelstunde, dann zu einer halben und so weiter.

Mit finsterer Miene wandte der Weihnachtsmann sich ab, erhob sich und stapfte mit hängenden Schultern zurück in sein Häuschen. Der Zauber hatte nichts bewirkt, auf der Erde blieb alles unverändert.

Der Weihnachtsmann wäre aber nicht der Weihnachtsmann, wenn er so schnell aufgeben würde. Seine Helfer steckten ihre Nasen wieder in schlaue Bücher und fragten andere weise Engelbären um Rat, das Ergebnis blieb aber jedes Mal das gleiche.

Immer trauriger erkannte der Weihnachtsmann langsam, dass sein Plan nicht funktionierte. Er würde nicht helfen können, auch wenn er es noch so gerne wollte – für die Menschen konnte er scheinbar gar nichts tun.

Kommentare:

  1. ach schade aber auch wenn der zauber vieleicht bei den menschen nicht hilft vieleicht hilft der ja bei tieren. bei einem fuchs zum beispiel. beim Silas könnte der weihnachtsmann den zauber ja mal ausprobieren. schaden kann es ja nicht. vieleicht wird der dann doch noch ein braver fuchs und lässt den armen Spike in ruhe.
    deine Shania

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  2. Jaja, die Menschen... armer WEihnachtsmann, so eine Enttäuschung. Aber wir glauben ja auch, dass Shania recht hat, vielleicht wirkt das ja bei Füchsen... - wir werden sehen. Es dauert ja noch ein bisschen bis zum Ende dieser tollen Geschichte, obwohl es auch irgendwie traurig ist, dass wir schon mehr als die Hälfte hinter uns haben. Was sollen wir denn ab 25. lesen??? ;O)

    Liebe Grüße
    Flutterby und Birgit

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