Sonntag, 8. Dezember 2013

8. Türchen


Den folgenden Tag verbrachten die drei Bären mit dem Erkunden des restlichen Hauses, hin und wieder unterbrochen vom Donnerwetter des alten Drachen, wie sie ihn im Geheimen nannten, wenn ihn der rücksichtslose Lärm, den die drei Bären dabei seiner Meinung nach machten, bei seinen Forschungen störte. Ahnenforschung war nämlich das Wichtigste überhaupt, wie auch Zimt und Sternchen inzwischen wussten. Es kam unbedingt darauf an zu wissen, von wem genau man abstammte und bis zu wem sich die Ahnenreihe zurückverfolgen ließ. Die beiden Bären sahen das zwar grundsätzlich anders, denn in ihren Augen wurde man mehr geprägt von denen, die einen tatsächlich umgaben (hier stahl sich immer öfter eine leise Röte in Sternchens Wangen), als von Ahnenreihen, die auf langen Zeitstrahlen dargestellt wurden. Was für einen Sinn hatte das? Die beiden Bären wussten es einfach nicht. Sie waren jedoch klug genug, dies alles für sich zu behalten – der alte Drache hätte es ohnehin nicht verstanden.

Als die drei Bären nach dem Abendessen gemeinsam auf dem großen Sofa vorm Kamin saßen, entging es Max nicht, dass seine Gäste sich nicht richtig wohl fühlten. Auch Mr Patmore bemerkte das von seiner Decke aus, auf der er zusammengerollt und unbemerkt unterm Sofa lag. Man hätte meinen können, der Kater schliefe; nur seine sich sachte bewegenden Ohren verrieten, dass er sich bemühte, kein Wort zu verpassen. Es sah allerdings nicht unbedingt so aus, als ob er viel Mitleid mit Zimt und Sternchen hätte – ganz anders verhielt sich das bei Max. Ein bisschen meldete sich bereits sein schlechtes Gewissen, denn er hatte die beiden mit Absicht nicht genau wissen lassen, worauf sie sich hier einstellen müssten – zu groß war seine Sorge gewesen, dass sie seine Einladung dann abgelehnt hätten. Das wollte er auf keinen Fall riskieren, denn er sehnte sich so sehr nach ein bisschen netter Gesellschaft. Und Gemütlichkeit. Und Weihnachten. Er seufzte und versuchte erfolglos, seinen Haarschopf zu bändigen. „Morgen machen wir was ganz Besonderes!“, fiel ihm plötzlich ein. Zimt und Sternchen wandten gleichzeitig ihre Köpfe und sahen ihn fragend an. „Hinten am Ende des Grundstücks gibt es einen Schuppen, da war ich als kleiner Bär manchmal, wenn mich unser Gärtner mitgenommen hat. Dort wurde immer das Gartenwerkzeug aufbewahrt und auch einige andere Dinge – es wäre wirklich interessant zu erfahren, was es dort zu entdecken gibt. Der Schuppen ist seit Jahren nicht mehr betreten worden, da bin ich sicher – aber vielleicht erlaubt Thea uns ja, einen kleinen Ausflug dorthin zu unternehmen?!“ Zimt und Sternchen waren begeistert – vor allem von der Aussicht darauf, diesem Haus, oder besser gesagt: Onkel Drako, einen Tag lang entkommen zu können. Aber ob sie tatsächlich die Erlaubnis bekommen würden? Sie hatten da so ihre Zweifel….

Kommentare:

  1. Ach, bestimmt bekommen sie die Erlaubnis von der netten Thea... andererseits... wir haben da so eine ganz starke Ahnung, was in dem alten Schuppen auf die abenteuerlustigen Bärchen wartet... Also, wir tippen da auf etliche Kisten mit einem Inhalt, den Birgit immer als Weinachtsgedönse umschreibt... aber wir werden ja zum Glück Morgen sehen, wie es weiter geht... *hibbel*

    Liebe Grüße
    Flutterby und Birgit

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  2. Ohja, ein Ausflug in den alten Schuppen ist eine gute Idee. Da finden sich bestimmt tolle Sachen die lange nicht gebraucht wurden. Weihnachtsdeko zum Beispiel oder Werkzeug mit dem Zimt die alte Uhr reparieren kann.
    Thea hat bestimmt nichts dagegen wenn die drei da stöbern gehen. So kommen sie wenigstens mal raus aus dem düsteren Haus
    Liebe Grüße
    Melli

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